Die Fuhrmann Gruppe in der Presse

über die Renovierung des Dreiseithofes in der Weilimdorfer Straße in Gerlingen

Dreiseithof erscheint in neuem Glanz

Bäuerliches Ensemble im Gerlinger Stadtzentrum von Grund auf saniert

GERLINGEN - Der Dreiseithof in der Weilimdorfer Straße zählt zu den ältesten Gebäuden Gerlingens. Das bäuerliche Ensemble wurde innerhalb eines Jahres in liebevoller Detailarbeit restauriert. Am Samstag konnte das Ergebnis nun bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden.

Von Uwe Tommasi

Direkt gegenüber der Gerliner Petruskirche steht der Dreiseithof. Eine für das einst landwirtschaftlich geprägte Gerlingen typische Gebäudegruppe. "Heute gibt es nur noch wenige Dreiseithöfe", weiß Bürgermeister Georg Brenner. Der Hof in der Weilimdorfer Straße sei der am besten erhaltene. "Beim Keller des Wohnhauses handelt es sich um ein Tonnengewölbe, das um 1700 erbaut wurde", ist in der Beschreibung des Denkmalamtes nachzulesen. Das Gebäude selbst stammt von 1820, der Stall von 1825. Das Angedinghaus wurde bereits 1785 errichtet. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg wurde im Dreiseithof Landwirtschaft betrieben. Danach sind die zwei vorderen Gebäude als Wohnhäuser genutzt worden.

"Das ganze Areal wurde 1995 zum Kulturdenkmal ernannt", sagt Brenner beim Tag der offenen Tür. In Gerlingen habe es viele Überlegungen dazu gegeben, was mit den Gebäuden gemacht werden soll. "Es war klar, dass die Eigentümer die Renovierung nicht durchführen", erinnert sich Stadtbaumeister Dieter Ohmenhäuser. Deshalb wurde lange Jahre nach einem Käufer gesucht. Zwischenzeitlich hatte sich sogar die Stadt überlegt, ob sie den Hof kaufen und renovieren sollte. Eine Idee, die vom Gemeinderat abgelehnt wurde - wegen der gewaltigen Sanierungskosten. Den Durchbruch brachte schließlich eine Anstoßfinanzierung von Seiten der Stadt in Höhe von 150000 Euro.

Bei dem im Frühjahr 2001 begonnenen Umbau wurde die Scheuer abgerissen und neu errichtet. Die beiden Wohnhäuser wurden äußerlich erhalten und innen renoviert. "Zur Renovierung haben wir nur altes Holz verwendet", erzählt Bauträger Rolf Fuhrmann bei einem Rundgang. Von den insgesamt neun Wohneinheiten wurden vielfach die alten Türen und Treppen erhalten. Zudem wurden Treppen und Türen aus alten Abbruchhäusern eingebaut. "Ich habe ein Faible für solche Dinge", gestand Fuhrmann. Außerdem würden die Gebäude dadurch authentischer wirken.

Noch im März sollen die ersten Mieter in den mit einem Gesamtaufwand von zwei Millionen Euro sanierten Dreiseithof einziehen. Damit wurde die Sanierung in nur einem Jahr über die Bühne gebracht. Möglich sei dies nur, erklärte Fuhrmann, weil er bei seinen Sanierungen immer wieder mit denselben Handwerkern zusammenarbeite. "Die Leute sind echte Spezialisten, und die braucht man bei der Sanierung von historischen Gebäuden."

Fuhrmanns nächste Baustelle könnte übrigens in Heimerdingen liegen, so ist von Ortsvorsteher Fritz Loser zu erfahren. Dort soll das Adler-Areal saniert werden. Loser war wie Andreas Schütze, ehemals Gerlingens Erster Beigeordneter und jetzt Sindefingens Erster Bürgermeister, Ulrich Bahmer, Ditzingens Erster Beigeordneter, und MdL Klaus Herrmann am Samstag anwesend, um das "Schmuckstück", wie es Brenner bezeichnete, zu besichtigen.