Die Fuhrmann Gruppe in der Presse
über die Renovierung des Objektes 'Am Bach 3' in Dagersheim (Oktober 2001)
Als Kolumbus noch Windeln trug
Winnender Architekt erhält "Am Bach 3" und schafft Laden- und Wohnraum
Dagersheim - Da ging kürzlich ein Aufatmen durch den Ortschaftsrat.
"Am Bach 3", ein ortsgeschichtlich unschätzbares Gebäude, wird nicht
dem Verfall anheimfallen. Ein Architekt aus Winnenden saniert das
Anwesen von 1471 und bringt Wohnraum hinein.
VON SIEGFRIED DANNECKER
Alte Gemäuer wirtschaftlich zu erhalten und dem Denkmalschutz gerecht
zu werden - das passt oft nicht zusammen. Doch Rolf Fuhrmann, Inhaber
eines Ingenieur-Büros, und die Behörde haben sich weitgehend geeinigt.
Im Frühjahr will der 46-Jährige loslegen und in die uralte Adresse
neun Wohnungen und eine Ladeneinheit bringen.
"Am Bach 3" samt Scheuer ist eine spätmittelalterliche Hofstelle von
1471. Viele Kriege hat sie in ihrer über 500-jährigen Geschichte
überstanden. Fuhrmann nötigt das Respekt ab: "Damals hat Kolumbus noch
in die Windeln gemacht". Zeigen Sie mir einen heutien Neubau, der 100
Jahre überlebt." Fuhrmann ist spezialisiert auf die Instandsetzung von
Kulturdenkmälern. Dagersheim wäre sein fünfzehntes Objekt. Er kauft
die Häuser auf, saniert sie und verkauft sie wieder.
Vor zweieinhalb Jahren hatte der Investor schon einmal die Gremien
angefragt. Von dort kamen positive Signale. "Böblingen und der
Ortschaftsrat haben sich vorbildlich für die Sache eingesetzt." Doch
das Denkmalamt blieb hart. Dachgauben und Balkone waren ihm zuwider.
Weil Fuhrmann unterdessen ein Gerlinger Anwesen sanierte, legte er
Dagersheim auf Eis. Mittlerweile aber ist die Sache wieder aufgetaut -
und man scheint auf Konsenskurs zu liegen. "Es gibt noch kleinere
Differenzen, die wir ausräumen werden." Der Remstäler jedenfalls ist
froh, dass die derzeitige Planung einen Balkon/ Freisitz für jede der
neun Wohnungen vorsieht. Sonst wäre das Objekt nur schwer zu
vermarkten.
Laut Fuhrmann ist es eine ganz bestimmte Kundschaft, die in solche
Sanierungsobjekte zieht: "Meist Akademiker, die ein Bewusstsein dafür
haben und nicht arm sind." In einem alten Haus hebe man sich
schließlich im Wohnen von anderen ab und könne mit neuen Möbeln in
alter Umgebung "eine spannende Geschichte machen".
Eigentlich hätte der Sanierungsarchitekt sogar den Scheunenteil des
Gebäudes, einen hinteren Querriegel aus dem 17. Jahrhundert, abreißen
dürfen. Doch die Substanz sei viel zu gut erhalten gewesen, meint der
Mitvierziger. Nur an der Berggasse werde die Straßenfront durch einen
kleinen Neubau geschlossen. Nachbar-Bedenken wergen der Parkierung,
die im Innenhof geschieht, sollen auch ausgeräumt sein.
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