Die Fuhrmann Gruppe in der Presse

Die Backnanger Kreiszeitung über das Objekt «Zur Dilleniusstraße»

Historisches Gebäude ist wieder zu einem Blickfang geworden

Das geschichtsträchtige Haus in der Backnanger Dilleniusstraße 3 verbindet Charakter mit Wohnkomfort

(jük) - Das Gebäude in der Dilleniusstraße 3 wirkt von außen imposant und unerschütterlich. Der dahinter sichtbare Backnanger Stadtturm vervollständigt das Bild, dass hier ein Stück Geschichte der Stadt an der Murr wieder lebendig geworden ist. Trotzdem hält das Haus nach den Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten mit dem heutigen Lebensstandard mit.

Es wird davon ausgegangen, dass dieses Gebäude um 1540 mit der benachbarten Apotheke erbaut wurde. Jedoch hat der Sulzbacher Archäologe Dr. Reinhold einen Stadtplan um 1250 erstellt, auf dem auf diesem Gelände in der heutigen Dilleniusstraße schon ein Haus eingezeichnet ist. Wie dem auch sei, beim großen Stadtbrand 1693, ist auch dieses Gemäuer bis auf einen Teil des Westgiebels und den "Turmmauern" im Erdgeschoss den Flammen zum Opfer gefallen. Diese Giebelfassade ist die einzig bekannte Natursteinmauerwerkfassade Backnangs. Sie ist mit sechs gekuppelten Sandsteingewänden ausgetührt. Das Haus in der Dilleniusstraße 3 dürfte neben den steinernen Partien einiger öffentlicher Gebäude wie Rathaus, Stadtturm oder Stiftskirche das einzige bürgerliche Bauwerk der Stadt sein, das aus der Zeit vor 1700 stammt. Ergänzt wurde der Komplex um 1740 durch eine Scheune, die 1887 zum Wohngebäude umgebaut wurde. Weil seine Gewölbekeller eine Art Widerlagerfunktion für die oberen Gebäude der Marktstraße ausüben, blieb das Haus Anfang der 80er Jahre vom Abriss verschont und stand unter Denkmalschutz.

Ein völlig neuer Abschnitt begann für das historische Gebäude, als die ASPA-Bauträgergesellschaft aus Aspach und die Firma Fuhrmann Planen & Bauen, aus Winnenden diesen Komplex 1999 erwarben und im Mai 2000 mit den umfangreichen Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen begannen. Auf einem Grundstück von 607 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 876 Quadratmetern entstand ein attraktives Wohn- und Geschäftshaus mit zwei Läden und zehn Wohneinheiten von 54 bis 90 Quadratmetern, die sich sehen lassen können. Das Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Mark zahlt sich aus.

Dass Fachleute am Werk waren, zeigt sich deutlich.

Die Synthese zwischen alt und neu ist gelungen. Durch den hellen Eingangsbereich mit den Außentüren aus weißem Holz mit viel Glas führt der Weg auch in den Garten. Hier war bei den Arbeiten ein 9,70 Meter langes Teilstück der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert entdeckt worden, was in den Medien für großes Interesse sorgte, zu diesem Projekt passt, das Bauingenieur Rolf Fuhrmann und Werner Benignus, Geschäftsführer der ASPA-Bauträgergesellschaft umsichtig zu Werke gingen. Obwohl dieser Fund das gesamte Vorhaben erschwerte, wurde alles getan, um diesen sichtbaren Teil der Backnanger Stadtgeschichte in den Gesamtkomplex einzugliedern, was bestens gelungen ist. Das eine tun, das andere nicht lassen. Nach diesem Motto wurde mit dem großzügigen Treppenhaus und den Wohnungen zum Wohlfühlen der Bogen gespannt. Die Vorstellungen von modernem Wohnkomfort wurde mit der sichtbaren Geschichte des Hauses verknüpft. "Würde und Wertschätzung" für ein historisches Haus nennt es Fuhrmann, der aber genau weiß, dass nicht alles zu erhalten ist. Trotzdem wurde möglichst jeder Balken und jede Tür auf ökologischer Basis wieder hergerichtet. Jede helle Wohnung in diesem viergeschossigen Gebäude hat seinen eigenen Charakter und Charme. Die modernen und mit allen Annehmlichkeiten eingerichteten Bäder und das Heizungssystem ist die eine Seite, sauber verlegter Schiffsboden aus Holz und Fachwerkwände das andere. In einer Wohnung im Erdgeschoss wurde ein Teil der alten Turmmauer restauriert und in das Zimmer mit einbezogen.

Ein Hobby von Rolf Fuhrmann ist, historische und alte Baumaterialien aus anderen Gebäuden zu verwenden, was auch im Haus in der Dilleniusstraße geschehen ist, ohne zu verfälschen. Im Obergeschoss wurde beispielsweise eine alte Wendeltreppe aus Gusseisen eingebaut, um die oberen Zimmer erreichen zu können. Sehenswert ist das ganze Treppenhaus, das wiederspiegelt, mit welcher Liebe zum Detail gearbeitet und auf die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart geachtet wurde. Im Eingang führt die alte Holztreppe nach oben, die dann von einer modernen Metallkonstruktion abgelöst wird. Die eisernen Stäbe werden dann ihrerseits wieder von einer Holztreppe abgelöst, die eine Demonstration fachlichen Könnens ist. "Für solche Aufgaben muss man auch die richtigen Handwerker kennen oder finden", zeigt sich ASPA-Geschäftsführer Werner Benignus mit der Bauausführung sehr zufrieden. Das gilt ebenfalls für die Arbeiten an den beiden Geschäftsläden. Fachwerk und Gewölbe sorgen dafür, dass die Geschäftsräume ihren eigenen Charakter besitzen.

Stadtplaner Reginald Kunzelmann, der sich seit Jahren für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt hat, ist mit dem Ablauf und dem Ergebnis zufrieden: "Das Gebäude tut dieser Ecke gut." Er sieht das gelungene Werk als Beweis an, "dass man in Backnang etwas tun kann, wenn man auf die entsprechenden Strukturen eingeht". Der Stadtplaner weiter: "Bei solchen Umbauten wird ein Haus nicht gedeckelt, sondern dessen Charakter bleibt erhalten." Sein Fazit: "Es geht, wenn man will und wenn man's kann." Das geschichtsträchtige Gebäude in der Dilleniusstraße 3 ist wieder sehenswert.